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Case Studies – Space Optimization of a Syringe Pump

Case Study

Bauraumoptimierung in Spritzenpumpen

Wenn jeder Millimeter zählt

Aufgabe

Moderne Spritzenpumpen stellen hohe Anforderungen an Präzision, Zuverlässigkeit und Kompaktheit. Gleichzeitig wächst der Funktionsumfang, während der verfügbare Bauraum stetig schrumpft. In diesem Applikationsbericht zeigen wir, wie durch den gezielten Einsatz miniaturisierter Sensortechnologie wertvoller Platz eingespart werden kann – ohne Kompromisse bei Messgenauigkeit und Sicherheit. Das Ergebnis: eine platzoptimierte Lösung, die sich nahtlos in das bestehende Pumpendesign integrieren lässt und neue Freiheitsgrade in der Geräteentwicklung eröffnet. 

Spritzenpumpen sind hochpräzise Dosiersysteme zur kontinuierlichen Verabreichung von Medikamenten und aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken. Ob auf der Intensivstation, im Operationssaal, in der Notfallmedizin oder an anderen Stellen medizinischer Versorgung – sie gewährleisten die kontrollierte Abgabe exakt definierter Wirkstoffmengen über einen festgelegten Zeitraum und tragen so massgeblich zur Therapiesicherheit bei. 

Um diese Grundfunktion zuverlässig zu erfüllen, sind komplexe Regelungs- und Überwachungskonzepte erforderlich. Eine zentrale Rolle spielen dabei Kraftsensoren, die essenzielle Funktionen erfassen, überwachen und absichern. Sie liefern die notwendigen Messgrößen, um Abweichungen frühzeitig zu erkennen und kritische Zustände sofort zu melden. 

Typische Aufgaben von Kraftsensoren im Bereich der Infusionen sind unter anderem: 

  • Dosierüberwachung: Präzise Kontrolle der applizierten Wirkstoffmenge zur Vermeidung von Fehl- oder Überdosierungen 
  • Dosierende-Erkennung: Sichere Erkennung eines leeren Spritzeninhalts 
  • Füllstanderfassung: Bestimmung des verbleibenden Medikamentenvolumens über die Stößelposition 
  • Okklusionserkennung: Detektion von Schlauchknicken oder Verstopfungen mit unmittelbarer Alarmauslösung 

Herausforderung 

Die Entwicklung moderner Spritzenpumpen steht zunehmend im Spannungsfeld zwischen steigendem Funktionsumfang und strikten Bauraumvorgaben. Anwender fordern kompakte Geräte, während zusätzliche Funktionen zur Qualitätssteigerung und steigende Sicherheitsanforderungen den konstruktiven Aufwand eher erhöhen.  

Um sämtliche Funktionen zuverlässig zu integrieren, ist eine konsequente Bauraumreduzierung erforderlich – gleichzeitig darf die Performance der eingesetzten Sensorik nicht beeinträchtigt, sondern soll idealerweise sogar verbessert werden. Insbesondere die Kraftmessung als sicherheitsrelevante Funktion stellt hierbei hohe Anforderungen an die Sensorauslegung. 

Für den Einsatz eines Kraftsensors in einer modernen Spritzenpumpe, ergeben sich daraus insbesondere folgende Herausforderungen: 

  • Miniaturisierung: Die verfügbaren Einbauräume für Sensorik werden zunehmend kleiner, wodurch kompakte, integrierbare Sensorkonzepte erforderlich sind. 
  • Hohe Dosiergenauigkeit: Eine exakte Steuerung der Pumpe erfordert die kontinuierliche und präzise Erfassung der wirkenden Kräfte. Die Kraftmessung ist dabei als Closed‑Loop‑Safety‑Applikation ausgelegt. 
  • Nichtinvasive Messung: Die Kraftüberwachung soll außerhalb des Flüssigkeitspfads erfolgen. Dadurch kann auf eine sterile Ausführung des Sensors verzichtet werden. 
  • Vielseitigkeit: Neben der eigentlichen Kraftmessung sollen zusätzliche physikalische Größen, wie beispielsweise die Temperatur, erfassbar sein, ohne den Bauraumbedarf weiter zu erhöhen. 

Lösung

Klassische Sensorkonzepte in Spritzenpumpen basieren häufig auf geklebten, standardisierten Wägezellen. Diese Bauformen weisen oftmals Baulängen von mehreren Zentimetern auf. Für hochintegrierte, platzoptimierte Gerätearchitekturen – insbesondere in Grossserien – stossen solche Lösungen schnell an ihre konstruktiven Grenzen. 

Um diese Einschränkungen zu überwinden, wurde eine hochintegrierte, miniaturisierte Kraftsensorlösung auf Basis der bewährten DünnschichtTechnologie von iST Senstech umgesetzt:

  • Miniaturisierte, dünnschichtbasierte Kraftsensorik: Durch die direkte maschinelle Applikation der Widerstände auf das lasergeschnittene Substrat, entfällt die Notwendigkeit aufwendiger mechanischer Kopplungen auf einen grösseren Träger. Im Vergleich zu Folien DMS basierten Konzepten ergeben sich deutliche Vorteile hinsichtlich des Bauraums, Integrationstiefe und Langzeitstabilität (siehe Paper Dünnschicht vs. Folien DMS). 
  • Direkte Integration in den Stössel: Der Kraftsensor wird direkt in den Stössel der Spritzenpumpe integriert – und zwar individuell an den Bauraum des Stössels angepasst. Er fügt sich so nahtlos in das bestehende mechanische Konzept ein.  
  • Messung der rückwirkenden Kraft: Die rückwirkende Kraft typischerweise im Messbereich 0 – 200 N, die während der Pumpbewegung des Stößels durch Fluiddruck, Reibung usw. entsteht, wird vom Sensor erfasst.  
  • Mechanischer Überlastschutz: Zum Schutz der Sensorik ist ein mechanischer Überlastschutz implementiert. Dieser stellt sicher, dass der Sensor auch bei unsachgemäßem Gebrauch oder bei extremen Lastfällen nicht beschädigt wird. Damit wird eine hohe Robustheit gewährleistet. 
  • Robuste und langlebige Lösung 
    Hohe Messgenauigkeit und Stabilität bei gleichzeitig kompakter Bauform – ausgelegt für den Dauerbetrieb in sicherheitsrelevanten Medizintechnik‑Applikationen. 
Case Studies - Reimagined

Benefits

  • Maximale Bauraumfreiheit 
    Kompaktes, robustes Sensordesign mit sehr geringer Aufbauhöhe, individuell an den verfügbaren Gerätebauraum angepasst.  
  • Applikationsspezifischer Kraftbereich 
    Individuell anpassbarer Messbereich, typisch 0–200 N, optimal abgestimmt auf die Anforderungen moderner Spritzenpumpen. 
  • Langzeitstabile Signalausgabe 
    Hohe Stabilität über die gesamte Lebensdauer – auch bei Dauerbetrieb und wechselnden Umgebungsbedingungen. 
  • Hohe Messgenauigkeit 
    Präzise Kraftmessung für sichere Dosierung und stabile Closed‑Loop‑Regelung. 
  • Zuverlässigkeit und regulatorische Sicherheit 
    Entwicklung und Fertigung nach ISO 13485 in der Schweiz unterstützen höchste Produktqualität  
  • Flexible Signalverarbeitung 
    Anwender wählen die gewünschte Integrationsstufe: 
    • reines analoges Kraftsignal (mV/V) 
    • oder bereits integrierte Verstärkung und Digitalisierung 
      → optimale Anpassung an bestehende Elektronik‑ und Systemkonzepte.