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Custom force sensors

Wissen & Hilfe

Kundenspezifischer Kraftsensor:
Anforderungen und Vorgehen

Die Entwicklung eines kundenspezifischen Kraftsensors erfolgt in einem iterativen Prozess. Klare Anforderungen und gute Kommunikation steigern Effizienz und Qualität der Zusammenarbeit.

Die Entwicklung eines kundenspezifischen Kraftsensors gemeinsam mit einem Sensorhersteller folgt einem strukturierten, iterativen Prozess Link OEM & Engineering - Entwicklungsablauf. Der folgende Beitrag beschreibt die zentralen Anforderungen, den typischen Entwicklungsprozess und die notwendige Kundenmitwirkung bei der Entwicklung eines DMS-basierten Kraftsensors.

Iterativer Prozess

1. Anforderungsprofil

Anforderungsklärung: Gemeinsame Analyse von Lastfall, Einbausituation, Umgebungsbedingungen und Schnittstellenanforderungen zwischen Kunde und Sensorhersteller. Die folgenden Parameter bilden die Grundlage des Lastenhefts für einen DMS-basierten Kraftsensor:

Parameter
NennlastF_Nenn
Messbereich
Überlast
Bruchsicherheit
Genauigkeitsklasse
Nennkennwert
Betriebstemperatur
Ausgangssignal
Mechanische Schnittstelle
Schutzart
Zulassungen

Beschreibung

NennlastF_Nenn
Maximale Messlast
Messbereich
Richtungsabhängig, unipolar/bipolar
Überlast
Erlaubte Überschreitung ohne Schaden
Bruchsicherheit
Mindestlast bis zum Versagen
Genauigkeitsklasse
Zulässige Gesamtabweichung
Nennkennwert
Ausgangssignal bei Nennlast
Betriebstemperatur
Bereich für spezifizierte Genauigkeit
Ausgangssignal
Signaltyp der Schnittstelle
Mechanische Schnittstelle
Einbausituation, Anschlüsse
Schutzart
IP-Klasse nach IEC 60529
Zulassungen
Normative Anforderungen

Beispielwert

NennlastF_Nenn
500 N
Messbereich
0 ... + 500 N
Überlast
150 % FS
Bruchsicherheit
300 % FS
Genauigkeitsklasse
< 0,1 % FS
Nennkennwert
2 mV/V
Betriebstemperatur
−10 °C ... + 60 °C
Ausgangssignal
mV/V
Mechanische Schnittstelle
Flansch, M12-Stecker
Schutzart
IP 67
Zulassungen
CE

2. Ideenfindung

Verschiedene Ideen werden mit einander verglichen und eine wird am Schluss gewählt.

Es erfolgt:

  • Konzeptauslegung: Wahl von Messkörpergeometrie, Werkstoff, Brückenkonfiguration und Signalkette; erste Abschätzung von Nennkennwert und Messbereich.
  • FEM-Analyse: Finite-Elemente-Simulation zur Verifikation der Dehnungsverteilung, Strukturfestigkeit und Überlastreserve.

3. Fertigung

Fertigung von PoCs, Prototypen, 0-Serien oder Serienprodukten mittels Dünnschicht- oder Folien-DMS Technologie (Link zu Verfahren)

Kalibrierung: Messung des Ausgangssignals über den gesamten Messbereich mit rückführbarer Referenz, Erstellung eines Kalibrierprotokolls.

4. Testing

Qualifikation: Temperaturzyklen, Kriechtests, Langzeitstabilität, und falls gefordert Zulassungsprüfungen

5. Lernen und Optimierung

Nach Analyse der Tests werden die Erkenntnisse in den Zyklus aufgenommen

Beitrag des Kunden

Damit wir Sie optimal unterstützen können, ist die Bereitstellung einiger Informationen von Vorteil:

  • vollständige Lastfallbeschreibung (Kräfte, Momente, Richtungen, dynamisches Verhalten)
  • Einbauzeichnung mit Platzbedarf, Schnittstellen und Montagekonzept
  • Anforderungen an Genauigkeit
  • Auflösung, Messrate und Langzeitstabilität
  • Spezifikation der nachgelagerten Signalkette (Messverstärker, ADC oder fertiges DAQSystem)
  • Umgebungsbedingungen (Temperatur, Feuchte, chemische Einflüsse, Vibrationen)
  • Stückzahl und Liefertermin